
Ich bin Marita, digitale Nomadin und Freelancerin und immer mit meinem Laptop unterwegs. Ich war über dem Polarkreis in Schweden wandern, bin tausende von Kilometern auf einem kleinen Motorrad durch Vietnam gefahren und habe während Corona fünf Tage lang am Flughafen von Buenos Aires gewohnt.
Auf diesem digitale Nomaden Blog schreibe ich über meine Suche nach dem besten Kuchen, darüber, wie ich eine Balance zwischen Arbeit und Sightseeing finde und meine besten Reisetipps, dank denen mein Gepäck schön leicht ist und es fast Spaß macht, durch die Pampa zu stapfen oder Taxis in New York auszuweichen. Mein Geheimnis: Ich habe immer eine eigene Tasse und Instantkaffee dabei.
It’s only words, and words are all I have, to take your heart away.
Ronan Keating (oder eher Die bee gees, aber dafür bin ich zu jung 🙃)
Was ist New Roamantics?

Wenn ihr wüsstet, wie lange ich gebraucht habe, diesen Blog-Namen auszusuchen, würdet ihr mich wahrscheinlich auslachen. Immerhin arbeite ich mit Worten und Sprache, bin kreativ und reise um die Welt. Dann kannst du doch sicherlich kurz sagen, wer du bist und was du so machst. Das hast du doch schon tausend Mal zwischen Tür und Angel in Hostels gemacht. Am Ende hat meine Freundin den Namen für meinen Blog vorgeschlagen und ich habe direkt zugeschlagen. Aber möchte ich wirklich einen Blog haben, der nach einem Song von Taylor Swift benannt ist?
Zwar komme ich weiter unten nochmal zurück zu der Frage, wer ich bin. Aber dieser Blog soll mehr sein als mein Name, mein Alter, wo ich herkomme, wie lange ich schon unterwegs bin und wo es als nächstes hingeht. Ich möchte andere inspirieren, ihren Platz in einer neuen Ära zu finden (wie Taylor sagen würde), in der man nur einen Laptop und WLAN braucht. Dieser neue Work&Travel-Lifestyle kommt ohne Kiwis pflücken aus. Er ist ein ganz neuer Weg, für sich selbst zu messen, was Erfolg, Stabilität und Work-Life-Balance bedeutet und definiert Prioritäten und Glück komplett neu.
Dieser Blog soll ein Ort sein, wo die Romantik des Unterwegsseins auf die Realität trifft. Ich möchte eigene Reisegeschichten erzählen, meinen persönlichen Blick auf diesen Lifestyle und meine Hochs und Tiefs als digitale Nomadin mit anderen teilen. Ein paar Tipps habe ich auch in petto, wie man voll und ganz in diesen Lebensstil eintauchen kann.
Ich bin in meiner eigenen Ära der (Un)beständigkeit und versuche mit New Roamantics, dass sich meine hohen Erwartungen mit neuen Realitäten die Waage halten.
ÜBER MICH
Da ihr meinen Namen schon kennt, können wir direkt mit ein paar kleinen Fakten über mich starten:
- Der Löffel ist mein Lieblingsbesteck. Kein anderes ist so multifunktional und er kann alles, was Messer und Gabel nicht können.
- In meinem Zelt lese ich nur Romanzen. Alles andere ist zu gruselig und ich bilde mir ein, dass ich draußen Fußstapfen und andere verdächtige Geräusche höre.
- Ich bin Waage und würde lieber über heiße Kohlen laufen als mich zwischen zwei Dingen entscheiden zu müssen.
Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen, aber habe die Stadt nie so benutzt, wie Touristen das machen würden. Ich mag keine Techno-Musik, gehe abends ungerne weg und – Schande über mich – bin auch eine kleine Kulturbanausin. Je begeisterte die Kritiker sind, desto weniger wird es mir vermutlich gefallen. Stattdessen ist die Stadt mein Zuhause und ich nutze sie wie jeder andere seine kleinere Heimatstadt. Ich gehe mit meinen Freunden spazieren, esse Waffeln mit meiner Schwester oder motiviere mich, mal in einer andere Gegend joggen zu gehen. Zum Beispiel die Linie der U1. Die U2 ist noch etwas zu weit 🙂
Vor mittlerweile mehr als vier Jahren habe ich meinen Job gekündigt und angefangen, Vollzeit zu reisen. Langsam, aber sicher habe ich mich selbstständig gemacht und mir einen Kundenstamm aufgebaut, auch wenn dieser sehr dynamisch ist. Ich bin immer noch dabei, herauszufinden, wie ich mein altes Leben in Deutschland mit meinem neuen Leben in der Welt in Einklang bringen kann. Ich versuche immer noch, Arbeit und Reisen unter einen Hut zu bringen, ohne das Gefühl zu haben, einem von beiden nicht gerecht zu werden.
Aber dann läuft ein Elefant an dem Café vorbei, in dem ich arbeite, und alle Zweifel sind verschwunden.
Meine Reisen und Wanderungen
Mit hat das Reisen und alles, was damit zusammenhängt, schon immer gefallen. Neues Essen (ich sage nur Papas Arrugadas mit Aioli), andere Währungen und neue Geschichten, die ich erzählen konnte. Ich habe mit einem Buch und einer CD Spanisch gelernt, um bei einem Familienbesuch in Spanien Essen bestellen zu können (erfolgreich) und Zeitung lesen zu können (kläglich gescheitert). Im Englischunterricht war ich eine richtige kleine Streberin. Mein Lieblingsbuch war ein Bildwörterbuch, das mir unsere kanadischen Freunde geschenkt hatten. Ich musste ja irgendwo anfangen, um die Originalausgaben von Harry Potter zu lesen, die sie mir geschenkt hatten!
Aber zurück zum Reisen selbst. Meinen ersten Interkontinentalflug mit Entertainment am eigenen Sitzplatz werde ich vermutlich nie vergessen. Die Flugbegleiter bringen einem Snacks, füllen Getränke nach und es gibt sogar Eis? Wo bin ich denn hier gelandet? Dazu kamen noch die Niagarafälle, Oprah im Fernsehen und (nord-)amerikanisches Essen und Shopping Malls, und es war um mich geschehen. Ich habe fast ein Jahr als Au-Pair gearbeitet, bevor ich wegen eines Neuzugangs in der Familie früher als geplant gegangen wurde (aber auf nette Art). Das war vermutlich das Beste, was mir passieren konnte. Während meiner Osterferien war ich schon in New York und Boston gewesen und hatte beim Hostel- und Backpackerleben Blut geleckt. Also habe ich mein Jahr Auszeit nach dem Abi mit einem längeren Backpacking-Trip an der West- und Ostküste der USA beendet. Heute würde ich wahrscheinlich eher in den Nationalparks wandern gehen. Aber mit 20 wollte ich einfach nur die Häuser aus „Full House“ in San Francisco, die Drehorte von „CSI“ in Las Vegas und das Capitol in Washington, D.C. sehen.
Und jetzt?
18 Jahre später (ist mein Reise-Ich wirklich volljährig?) mache ich immer noch das, was ich am besten kann. Ich scrolle mich durch Karten und suche die interessantesten Routen zwischen verschiedenen Orten. Ich kratze mehr und mehr Länder auf meiner Weltkarte mit weniger bereisten Regionen oder großen Ländern frei, um sie etwas bunter zu machen (China! Kasachstan! Und endlich Nepal für mein erstes Land in Südasien). Ich nehme allen Mut zusammen, um an gefährlichere Orte zu reisen, die meiner Familie den Schlaf rauben, wie Uganda oder Kolumbien. Oder ich verbringe ein paar Wochen in Marokko, um Arabisch zu lernen.
Obwohl ich immer noch gerne Geld für einzigartige Reisen und Aktivitäten ausgebe, wie zum Beispiel einen Winterurlaub im verschneiten Finnland, habe ich meinen Fokus inzwischen auf weniger bekannte (und günstigere) Regionen der Welt verlagert. Kirgisistan, El Salvador oder Sambia gehören nicht gerade zu den Zielen, die einem am ehesten in den Sinn kommen. Aber meine Freude liegt darin, neue Orte zu erkunden, mir meine eigene Meinung zu bilden und den Vorurteilen und Ängsten meiner Mitmenschen mit spannenden Reiseberichten entgegenzusetzen.
Ich als digitale Nomadin – Meine Erfolge, Struggles und das konstante Zwischending

Ich wollte diesen Abschnitt eigentlich mit ein paar tiefgründigen Gedanken beginnen: Sinn des Lebens, die Vergänglichkeit und Stärke von Freundschaften und der Mut für ein neues Leben auf Reisen. Aber eigentlich ist mein Hauptproblem: Was mache ich mit meinem Laptop, wenn ich in einem Café sitze und auf die Toilette muss? Wenn dann noch ein halb aufgegessenes Frühstück oder eine fast leere Tasse Kaffee hinzukommen, erfordert diese Situation sorgfältige Planung. Laptop in den Rucksack, Laptoptasche auf den Tisch legen, um zu signalisieren, dass ich wiederkomme. Und dann die Daumen drücken, dass mein Kaffee noch da ist.
Aber Spaß beiseite. An manchen Tagen ist meine Hauptmotivation für diesen Lebensstil, Menschen zu treffen, die das NICHT tun. Wenn ich irgendwelchen Fremden mehr oder weniger detailliert erzähle, was ich tue, wo ich schon war und dass kein Ende in Sicht ist, kann das der Zuspruch sein, den ich brauche, um eine schwierige Phase zu überwinden. Denn diese Fremden haben Recht: Ich lebe den Traum, den so viele haben. Vielleicht nicht den Traum von jedem, aber ich bin mir sicher, dass es mehr als eine Handvoll Menschen gibt, die das nötige Kleingeld, den passenden Job und die Lebensumstände hätten, um genau das zu tun, was ich tue – aber sie trauen sich nicht.
Wenn ich also in einem schäbigen Hotelzimmer sitze, vom Bett aus arbeite, weil es keinen Tisch gibt, und nur eine nackte Glühbirne von der Decke hängt, sage ich mir gerne, dass ich auf meinem Weg zu einem Lebensstil, den ich selbstbewusst führe, schon weit gekommen bin. Auch wenn ich weiß, dass die berühmte kleine Stimme mit den weniger netten Kommentaren dazu nie ganz verstummen wird.