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New Roamantics

Oktober 3, 2025

Mardi Himal Trek ohne Guide: 3 Tage im Himalaya

Verschneite Bergkette auf der Mardi Himal Wanderung
Verschneite Bergkette auf der Mardi Himal Wanderung

Der Mardi Himal Trek ist zwar schon lange kein Geheimtipp mehr. Aber diese Wanderung in Nepal hat mich trotzdem mit ihren atemberaubenden Aussichten und weniger Menschenmassen von sich überzeugt. Zumindest weniger Leute als auf dem ABC Trek. In nur drei Tagen kommt man mit halbwegs gutem Fitnesslevel zum Mardi Himal Base Camp und wieder zurück in die Stadt. Das Basecamp liegt auf einer Höhe von 4200 Metern, was schon ganz ordentlich ist. Der Ausgangspunkt der Wanderung ist nur eine kurze Busfahrt von Pokhara, Nepals Trekking-Hauptstadt, entfernt. So kannst du den Komfort der Stadt mit Smoothie-Bowls und Fitnessstudio (sofern das als Komfort zählt?) für ein paar Tage hinter dir lassen, um dich in der freien Natur auszuleben.

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Ich habe meine Mardi-Himal-Wanderung in nur einem Tag in Pokhara geplant, ganz old-school mit einer Karte, die ich in meinem Guesthouse gefunden hatte. Dann fehlt nur noch die ACAP-Permit aus deren Büro, das nur wenige Gehminuten vom beliebten Lakeside-Viertel entfernt ist. Schnell noch ein paar Wanderutensilien wie Wanderstöcke kaufen, wenn du wie ich nur mit Handgepäck fliegst, viele, viele Snacks und dann kann es losgehen. Pokhara ist der Inbegriff für Trekking, daher wäre es eine echte Herausforderung, NICHT zu finden, was du brauchst.

Wie lang ist der Mardi Himal Trek? (plus Route)

Karte vom Wegesrand mit verschiedenen Routen in der Annapurna-Region in Nepal, unter anderem der Mardi Himal Trek.
Mardi Himal Karte mit den verschiedenen Camps

Wir sind den gesamten Mardi Himal Trek in 3 Tagen gewandert. Das ist definitiv machbar, wenn man nicht unbedingt zum Mittagessen im Teehaus ankommen möchte. In Kande hat uns der Bus am Straßenrand rausgeworfen und dann begann die Wanderung mit einem sehr steilen Aufstieg zum Australian Camp. Das wäre auch ein perfekter Ort für eine Übernachtung als Ausflug aus der Stadt oder einfach als Tageswanderung von Pokhara aus, wenn du dort deine Base als digitaler Nomade hast.

Der höchste Punkt, an dem man übernachten kann, ist das High Camp. Von dort aus sind es dann noch zwei Stunden bergauf bis zum ersten Aussichtspunkt. Vier Stunden, wenn man bis zum „echten” Basislager geht.

Mit diesen Stopps bin ich drei Tage zum Mardi Himal gewandert:

  • Tag 1: Pokhara nach Kande, Wanderung zum Forest Camp
  • Tag 2: Forest Camp zum High Camp
  • Tag 3 High Camp nach Sidhing

Wenn du mehr Zeit hast und/oder nichts gegen etwas urbanes Laufen am Straßenrand hast, kann man auch direkt von Pokhara nach Mardi Himal laufen. Ein Tag von Pokhara nach Sarangkot (der Hügel mit Blick auf Pokhara, den man von der Peace Pagoda aus sieht), dort übernachten und am nächsten Tag weiter zum Forest Camp (ca. 20 km). Ich wollte das unbedingt machen, aber die Luft war so versmogt, dass mir schon in Pokhara die Lungen vom Atmen gebrannt haben.

Was brauche ich für den Mardi Himal Trek?

Bevor du deine Wanderung startest, musst du ein paar Dinge beachten. Du brauchst deine ACAP-Permit, solltest ein paar wichtige Sachen einpacken und dich entscheiden, ob du mit einem Guide und/oder Träger wandern möchtest. Zu allen Vorbereitungen habe ich einen Blogbeitrag zum Trekking in Nepals Annapurna-Region geschrieben. Da findest du die wichtigsten Infos.

Direkt nach dem Australian Camp gab es einen Checkpoint, da du dort die Conservation Area betrittst. Deswegen denke ich, dass es schwierig wäre, sich ohne Permit durchzumogeln.

Wie langer dauert die Wanderung zum Mardi Himal Basecamp?

Vor den meisten Trekking-Büros stehen Schilder, die Treks und ihre Dauer angeben. Das fand ich auch sehr praktisch, um Ideen für weitere Treks zu bekommen. Die meisten Trekkingbüros geben an, dass die Wanderung etwa vier bis fünf Tage dauert. Aber da geführte Gruppen normalerweise mehr Pausen machen und immer wieder auf die ganze Gruppe warten, wandern sie kürzere Tage. Wir sind die 38 km des Mardi Himal in drei Tagen gewandert. Aber es gibt unterwegs so viele Teehäuser, dass man jederzeit anhalten und außerhalb des Zeitplans irgendwo übernachten kann, wenn man möchte.

Wie schwer ist die Mardi Himal Wanderung?

Ich finde es immer schwer, den Schwierigkeitsgrad anzugeben, weil jeder andere Stärken und Schwächen hat. Ich habe zwar viel Erfahrung, aber gerade auf Stufen doch schnell außer Atem und bin bergab mega ungeschickt. Als wir im März 2025 gewandert sind, gab es zumindest nirgendwo Schnee, aber das ist natürlich nicht immer der Fall. Außerdem ist der Weg nicht so ausgetreten wie andere in der Region, wie der ABC-Trek. Wenn es also Schnee auf dem Weg gibt, ist er nicht so festgetreten, was sich auf die Trittfestigkeit auswirkt. Der Abschnitt zwischen High Camp und dem Aussichtspunkt/Ende meines Weges besteht nur aus Stufen. Das war eine echte Herausforderung für mich, ohne Frühstück und der Puls direkt bei 180. Früh aufstehen muss man auch noch (was für eine Nörgelei). Generell ist das Terrain aber naturbelassener und hat weniger Stufen als Annapurna Base Camp. Wir haben Menschen aller Altersklassen und Fitnesslevels getroffen, also kann es jeder mit ausreichender Motivation schaffen.

Wie viel kostet der Mardi Himal Trek?

Genau wie der Schwierigkeitsgrad sind auch die Kosten ein flexibles Konzept. Wie haben zwischen 4000 und 5000 Rupien pro Tag für zwei Personen ausgegeben. Das beinhaltete ein Doppelzimmer, Abendessen, Frühstück, eine heiße Dusche und WLAN/Strom. Normalerweise haben wir noch mal 500 Rupien pro Tag für Tee und Kaffe unterwegs ausgegeben. Außerdem musst du den Transport mit einrechnen. Das waren noch mal 1000 bis 1500 Rupien pro Person für den Jeep von Sidhing und 200 Rupien für den Bus von Pokhara nach Kandi.

Die Unterkünfte legen ihre eigenen Preise für Zimmer, heiße Dusche und WLAN fest. Das Menü ist aber von der Annapurna Association festgelegt, damit die Unterkünfte sich nicht unterbieten. Das bedeutet auch, dass es überall dasselbe Essen gibt, wenn auch anders interpretiert und zubereitet. Das fand ich irgendwie schön. Man kann sich den ganzen Tag auf ein bestimmtes Essen freuen oder wie beim Perfekten Dinner die immer gleichen Bratkartoffeln essen und anschließen bewerten.

Wie kommt man von Pokhara zum Mardi Himal Startpunkt?

Der Weg von Pokhara zum Ausgangspunkt vom Mardi Himal Trek in Kande ist ganz einfach. Der offiziell Startpunkt ist von Kande aus nur die Straße hoch, auf derselben Straße, die auch nach Nayapul führt, wo man den Poon Hill Trek und ABC Trek startet. Der Bus ist sehr günstig und kostet nur ungefähr 200 Rupien pro person. Die Busse fahren ab 6 Uhr morgens immer zur vollen Stunde vom Busbahnhof Baglung ab. Bis nach Kande dauert es eine knappe Stunde. Ein Taxi von Pokhara/Lakeside zum Busbahnhof kostet 500 bis 600 Rupien. Bereite dich schon mal darauf vor, die gesamte Fahrt den Fahrer davon zu überzeugen, dass du wirklich den Bus nehmen möchtest, statt mit ihm nach Kande zu fahren.

Nomad Notes vom Mardi Himal Trek

Mardi Himal ist viel abgelegener als Poon Hill, aber trotzdem gibt es in allen Teehäusern WLAN. Zumindest laut der Schilder. Dieses mal brauchte ich es nicht zum Arbeiten, aber konnte (leider) alle Apps inklusive Instagram ohne Probleme benutzen. Häufig gibt es aber im Zimmer keine Steckdosen, weshalb ich gerne eine Powerbank öffentlich laden lasse, statt meine Wertsachen dort liegen zu lassen.

Nepal-Wanderung: Mein Plan für Mardi Himal

Mit Ausnahme mit dem Abzweig vom Low Camp nach Sidhing ist beim Mardi Himal Trek der Hin- und Rückweg der gleiche. Man muss also im Gegensatz zu einer Rundwanderung denselben Weg wieder zurücklaufen. Um das zu umgehen oder die Wanderung etwas zu verlängern könnte man auf dem Rückweg nach Landruk absteigen, wo man theoretisch zum ABC Trek wechseln könnte.

Die wichtigsten Tools für digitale Nomaden auf Reisen

Wenn du über einen dieser Links buchst, erhalte ich möglicherweise eine kleine Provision, ohne zusätzliche Kosten für dich.

Flüge

Normalerweise buche ich meine Flüge über Skyscanner oder Kiwi. Diese Flugsuchmaschinen zeigen die besten Verbindungen an. Das funktioniert sogar mit Billigfluggesellschaften, wenn du noch mehr Geld sparen möchtest.

Hotels

Normalerweise nutze ich eine gute Mischung aus booking.com und Agoda, um die besten Angebote zu finden. Ich mag Booking wegen seiner benutzerfreundlichen Oberfläche. Für Asien hat Agoda aber eine größere Auswahl an Hotels.

Mit begrenztem Budget ist Hostelworld die beste Wahl, du dir ein Zimmer mit wildfremden Menschen teilen musst 🙂

Touren

GetYourGuide ist perfekt für lokal geführte Touren oder wenn Tickets offiziell bereits gebucht sind. Ich habe in Mailand das berühmte Gemälde „Das Abendmahl“ von Leonardo Da Vinci gesehen und würde es jederzeit wieder machen.

Klook ist super, um Busfahrkarten in Südkorea zu buchen. Das ist nicht so einfach, besonders wenn man vor der Ankunft im Land buchen möchte. Mit Klook kann man online eine Busfahrkarte buchen, die man am Bahnhof abholen kann. Man kann dort sogar SIM-Karten-Pakete reservieren und einen Abholservice vom Flughafen organisieren.

Mai 14, 2025

Mardi Himal vs. ABC Trek: Ein detaillierter Vergleich

Mardi Himal vs. ABC Trek
Mardi Himal vs. ABC Trek

In Nepal kann man fantastisch wandern. Ebenso fantastisch wie die Wanderungen selbst ist die Auswahl an Wegen, aber welcher Trek in Nepal ist der richtige für dich? Ich habe drei kurze Wanderungen in Nepal gemacht: Ghorepani/Poon Hill, Mardi Himal und Annapurna Basecamp. Egal, für welche du dich entscheidest, ABC oder Mardi Himal, es wird auf jeden Fall eine super Erfahrung. Aber da diese Antwort nicht besonders hilfreich ist, werden wir uns Mardi Himal vs. ABC Trek etwas genauer ansehen und in Bezug auf ihre Vor- und Nachteile beleuchten.

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Annapurna Base Camp Trek: Das musst du wissen

Der Annapurna Base Camp Trek, oder abgekürzt ABC Trek, auf Deutsch Annapurna Basislager, war mein erster längerer Trek in Nepal. Die Wanderung hat fünf Tage gedauert und war das Highlight meiner Nepalreise. Diese Wanderung ist die richtige, wenn du dir tolle Ausblicke auf das Himalaya-Gebirge und die Annapurna-Bergkette wünschst, schneebedeckte Berge und perfekt manikürte Wege. Bevor es losgeht, brauchst du nur noch deine ACAP-Permit und dann bist du nicht mehr zu stoppen.

Meine vorsichtige Schätzung ist, dass die Wanderung zu 70 Prozent aus Stufen besteht. Der Rest sind laubbedeckte Waldwege und Schnee am letzten Tag. Annapurna Base Camp Trekking ist besonders bei geführten Wandertouren aus Ostasien beliebt. Das bedeutete für uns, dass wir häufig auf größere Ansammlungen von Menschen trafen, die recht schwierig zu überholen waren, da wir eher zügig unterwegs waren.

Wir haben eine Kombination aus Ghorepani/Poon Hill und ABC Trek gemacht und waren insgesamt sieben Tage unterwegs. Fünf Tage ohne Poon Hill. Das bedeutet, dass man für zwei bis vier Tage auf Waldwegen unterwegs ist (wo ich noch Handyempfang über meine eSIM hatte), bevor der Weg etwas rauer wird und man wirklich das Gefühl hat, im Gebirge unterwegs zu sein.

Auf dem gesamten Weg gibt es super WLAN-Verbindung in allen Teehäusern, die auch alle Steckdosen in den Zimmern oder zumindest im Speisesaal haben. Wir waren Anfang März und damit kurz vor Beginn der Haupt-Wandersaison unterwegs und die Unterkünfte waren schon recht voll. Allerdings haben wir dort, wo wir übernachtet haben, wenig Alleinreisende gesehen. Die Unterkünfte waren meistens leer, wenn wir ankamen und waren zum Abendessen gut gefüllt, weil die Gruppen etwas langsamer als wir unterwegs waren. Es ist also definitiv sinnvoll, das Abendessen zu einer klugen Zeit zu bestellen, wenn man nicht ewig warten möchte.

Das Annapurna Base Camp liegt auf einer Höhe von 4130 Metern. Die letzten zwei Stunden des Aufstiegs sind verschneit, aber die Steigung ist sehr konstant und deshalb gut zu bewältigen. Nicht einfach, aber man muss nicht ständig zum Atmen anhalten.

Mardi Himal Trek: Das musst du wissen

Mardi Himal war einfach wunderschön. Die Stufen kannte ich schon vom ABC Trek, aber es gab auch viel naturbelassene Wege. Man sieht natürlich das Bergpanorama, sonst wäre die Wanderung etwas witzlos, aber der ganz freie Blick wird häufig durch andere Hügel und Windungen im Weg verdeckt. Wirkliche freie Sicht auf die verschneiten Gipfel hat man erst beim letzten Aufstieg zum Basislager.

Für diese Wanderung brauchten wir nur drei Tage, was das Verhältnis von Mühe zu Belohnung wirklich unschlagbar macht, wenn Zeit knappt ist.

Was die Anzahl der anderen Wanderer betrifft, fühlte sich die Mardi-Himal-Wanderung sehr angenehm an. Es gab natürlich andere Wanderer, aber keine großen Gruppen. Wir haben vor allem Nepalesen getroffen, was ich sehr erfrischend fand. Obwohl es weniger andere Wanderer in den Teehäusern gab, waren es mehr individuelle Wanderer, keine Gruppen. Deshalb war der Weg für mich sozialer, weil ich mich mit einigen anderen beim Abendessen länger unterhalten habe.

Die Höhe vom Mardi-Himal-Basislager ist ca. 4500 Meter. Auf der Karte sind aber verschiedene Aussichtspunkte eingezeichnet. Wir sind zu einem kurz oberhalb von ein paar Teehäusern (nur für Tee, nicht um Übernachten) gewandert, der auf 4200 Metern lag. Man hätte auch noch etwas weiter über einen Grat bis zum wirklich finalen Basiscamp wandern können, aber der Blick soll sich nicht mehr so stark verändern. Außerdem liegt dort viel Schnee, der nicht so schön festgetrampelt ist wie auf den höher frequentierten Wegen, was wieder meine Schneeängste geschürt hätte. An diesem Aussichtspunkt haben auch die geführten Touren umgedreht und der Blick war wirklich toll, weil man das Annapurna-Massiv in seiner vollen Pracht bewundern konnte. Der Weg dort hoch vom High Camp dauerte zwei Stunden, die echt hart für ich waren. Nicht nur wegen der Stufen, sondern vor allem weil wir kurz nach Sonnenaufgang und ohne Frühstück los sind.

Meine Meinung: Ist ABC oder Mardi himal besser?

Die Entscheidung zwischen ABC und Mardi Himal viel mir anfangs echt schwer – zum Glück konnte ich am Ende doch beide Wanderungen machen. Und beide haben mir super gefallen. Das Wandern selbst fand ich auf dem Mardi Himal Trek besser, weil die Wege naturbelassener waren. Außerdem war bei Mardi Himal weniger los, was echt angenehm war. Ich muss aber sagen, dass der Ausblick beim ABC Trek einfach unglaublich war und Mardi Himal damit meiner Meinung nach nicht mithalten kann.

Wenn es um Zahlen geht, ist Mardi Himal Basecamp etwas höher gelegen als Annapurna Base Camp. Wegen des Schnees fühlte sich ABC höher an, aber Mardi war trotzdem schwieriger. Wenn du nicht alle Zeit der Welt hast, ist Mardi Himal eine perfekte Wahl, weil du nur zwei Nächte abseits von Pokhara bist. Mardi Himal und Annapurna Base Camp zu vergleichen fällt mir nicht leicht und schon gar nicht, meinen Favoriten zu küren, aber angesichts der Massen, die in der Hauptsaison unterwegs sind, würde ich mich für Mardi Himal entscheiden, wenn ich nur einen der Treks machen könnte.

Bist du bereit für deine Reise nach Nepal? Nimm dir auf jeden Fall ein paar Tage Zeit in Pokhara, um in einem der niedlichen Guesthouses zu entspannen, bevor die Reise losgeht.

April 30, 2025

Meine Annapurna Base Camp Trek Erfahrung ohne Guide

ABC trek nepal
ABC trek nepal

Eine Nepal-Wanderung ist immer eine gute Idee. Nepals ABC Trek, oder Annapurna Base Camp Trek, ist eine super Wahl, wenn du gerne die Weite des Himalayas erleben möchtest, ohne zu weit von der Zivilisation entfernt zu sein. Der Ausgangspunkt für diese Nepal-Wanderung ist nur zwei Stunden von Pokhara entfernt, der Wander-Hauptstadt des Landes. Diese Wanderung in Nepal ist für Einsteiger geeignet und wird dein Herz ganz schön zum Schlagen bringen und dich nach Luft schnappen lassen – dank des tollen Ausblick, aber auch wegen der Höhe. In diesem Post teile ich meine Annapurna Base Camp Trek Erfahrungen mit dir, damit deine Wanderung so einfach wie möglich wird. Nur wandern musst du selbst.

Du kannst diese Wanderung ganz einfach innerhalb eines Tages von Pokhara aus planen, weil alles super gut organisiert ist. Die Genehmigung, ein bisschen Ausrüstung und der Transport sind ruckzuck und ohne viele Umstände organisiert. Die Stadt ist ein Wander-Mekka, und das wird an jeder Straßenecke deutlich, denn die Hauptstraße in Lakeside ist voll mit Geschäften mit Wanderausrüstung und Tourenanbietern.

Ich liebe diese Wanderorte, in denen die Leute versuchen, cool und gut gestylt auszusehen, aber ihre Schuhe genau verraten, dass es bald auf ein Wanderabenteuer geht. Ich weiß auch, dass fast alles, was man hier kaufen kann, fake ist, aber trotzdem schmökere ich gerne nach neuen Wandersachen und träume davon, endlich das perfekte Fleece von Patagonia zu finden, das ich mir irgendwann endlich kaufen möchte.

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ABC Basecamp Trek: Route und Distanzen

ABC trek map
Annapurna Base Camp Trek Karte mit den Camps, in denen wir übernachtet haben

Wir sind den Annapurna Basecamp Trek via Poon Hill gelaufen. Wir haben also den üblichen ersten Tag von Jhinu Danda aus übersprungen und stattdessen einen anderen schönen kurzen Trek in Nepal gemacht. Das dauerte knapp 1,5 Tage länger.

Wir haben uns dazu entschieden, im Machapucharé Basecamp (MBC) statt dem ABC Basislager zu schlafen, weil das etwas niedriger liegt. Denn wir haben auf den höheren Abschnitten echt schlecht geschlafen. Zwar würde ich es gerne auf die kleinen Kinder nebenan schieben, aber wir waren immer schon wach, wenn die angefangen haben zu nörgeln. Also war es allein unsere Schuld. Außerdem hatten wir recht lange Wandertage und der Schnee wird den Tag über von der Sonne sehr weich und matschig, weshalb es sicherer ist, so früh wie möglich am Tag zwischen MBC und ABC auf- und abzusteigen.

Wenn du Poon Hill/Ghorepani nicht mit integrieren möchtest, schlage ich dir folgende Aufteilung für das Annapurna Basislager vor. Dementsprechend sind die Tage recht lang, vor allem der 2000 Meter Abstieg am vierten Tag, aber ich mag Herausforderungen:

  • Tag 1: Pokhara nach Jhinu Danda, wandern zum Bamboo Camp
  • Tag 2: Bamboo nach Machapucharé Base Camp (MBC)
  • Tag 3 MBC nach ABC Camp, Abstieg zum Himalaya Camp
  • Tag 4: Himalaya nach Jhinu Danda, Jeep nach Pokhara

Wenn du mehr Zeit hast, wäre es sicher schön, in Jhinu Danda zu übernachten und noch etwas in den heißen Quellen dort zu entspannen. Die sind knapp eine halbe Stunde Fußweg vom Dorf entfernt.

Vorbereitungen für den Annapurna Trek in Nepal

Bevor du mit dem Wandern zum Annapurna Basecamp loslegen kannst, musst du noch ein paar kleine Sachen vorbereiten. Zuerst brauchst du deine ACAP-Permit, musst ein paar unentbehrliche Dinge packen und entscheiden, ob du mit oder ohne Guide und Träger wandern möchtest. In meinem Blogpost zum Wandern in Annapurna findest du die Antworten auf all diese Fragen.

In Chomrong gab es einen Checkpoint, bevor du das Annapurna-Schutzgebiet betrittst. Also denke ich, es würde schwierig werden, sich ohne Genehmigung durchzumogeln.

Wie weit ist der ABC Trek?

Die meisten Tourenanbieter in Pokhara geben den Annapurna Base Camp Trek in Nepal mit sieben bis neun Tagen an. Aber wir haben nur sieben Tage inklusive Poon Hill Trek gebraucht.

Wie schwer ist der ABC Trail?

Der Schwierigkeitsgrad vom ABC Trek ist schwer einzuschätzen, weil jeder anders ist. Ich habe viel Wandererfahrung, aber Treppen sind für mich trotzdem schweißtreibend. Und Treppen gibt es auf dem Annapurna Base Camp Trek zu genüge. Zwar sind die Stufen super in Schuss und nicht gefährlich oder schwierig. Aber den Puls treiben sie dennoch in die Höhe. Zudem habe ich Angst vor Schnee und habe mir deshalb in diesen Abschnitten viel Zeit gelassen. Außerdem ist der Abschnitt zwischen Deurali und ABC Camp (die höchsten Abschnitte) naturbelassen und hat weniger gebaute Stufen. Aber in den niedrigeren Lagen ist der Weg trotz oder dank Stufen recht einfach und vor allem Wald. Wir haben viele Wanderer aller Altersgruppen auf dem Trek gesehen und sogar ein kleines Baby, das hochgetragen wurde (natürlich).

Wandern zum Annapurna Basislager: Kosten

Genau wie Schwierigkeit sind auch die Kosten individuell. Wir haben zu zweit zwischen 4000 und 5000 Rupien pro Tag in den Teehäusern ausgegeben. Dieser Preis beinhaltet das Zimmer, Abendessen, Frühstück, eine heiße Dusche und WLAN/Strom. Dazu kamen für uns knapp 500 Rupien für Kaffee und Tee unterwegs. Außerdem kommen natürlich die Transportkosten obendrauf, was noch mal 1000 bis 1500 Rupien pro Person pro Strecke für den Jeep oder einen Bruchteil davon für den öffentlichen Bus ausmacht.

Die Unterkünfte legen ihre eigenen Preise für das Zimmer, die heiße Dusche und WLAN fest. Die Speisekarte selbst und die Preise für das Essen sind aber in der gesamten Annapurna-Region festgelegt, damit sie sich nicht gegenseitig unterbieten und die Preise zu niedrig werden. Aber das bedeutet auch, dass das Essen überall das gleiche ist, was ich irgendwie schön fand. Denn so konnte ich mich den ganzen Tag auf ein bestimmtes Essen freuen.

Wie kommt man von Pokhara zum ABC Trek?

Der Weg von Pokhara zum Startpunkt vom ABC Trek ist ganz einfach. Der offizielle Startpunkt ist eine Hängebrücke in Jhinu Danda. Sammel-Jeeps aus Pokhara fahren los, wenn sie voll sind. Der ganze Jeep kostet zwischen 6000 und 8000 Rupien und bietet Platz für sechs bis acht Personen.

Da wir vor dem ABC Trek noch zum Poon Hill gewandert sind, haben wir einen öffentlichen Bus nach Nayapul genommen. Öffentliche Busse fahren ab 6 Uhr morgens immer zur vollen Stunde an der Busstation Baglung ab und ein Ticket kostet 300 Rupien pro Person. Die Fahrt nach Nayapul dauert knapp zwei Stunden und der Bus macht einen kurzen Stopp für Frühstück und Toilette. Ein Taxi von Lakeside bis zur Busstation Baglung kostet 500 bis 600 Rupien. Bereite dich schon mal darauf vor, die gesamte Fahrt über mit dem Taxifahrer auszudiskutieren, dass du bitte nicht mit ihm nach Nayapul fahren möchtest, sondern einen öffentlichen Bus nehmen möchtest.

Nomad Notes vom ABC Trek

Der Annapurna Base Camp Trek ist definitiv abgelegener als der Ghorepani/Poon Hill Trek, aber WLAN gibt es trotzdem. Zwar haben wir in allen Teehäusern entsprechende Schilder gesehen. Aber ich denke, wir waren die einzigen, die Calls vom Himalaya aus hatten. Wenn meine Kunden am anderen Ende unseren Ausblick gesehen hätten oder die warmen Schichten, die wir wie eine Zwiebel getragen haben.

Nepal-Wanderung: Mein Plan für das Annapurna Basislager

Der Annapurna Sanctuary Trek, wie der ABC Trek auch genannt wird, geht eigentlich auf demselben Weg wieder runter, wie man hochgegangen ist. Insoweit ist er also leider keine Rundwanderung und man muss den gesamten Weg doppelt gehen. Um das zu vermeiden und den ABC Trail auch etwas zu verlängern, bin ich vorher den Poon Hill Trek gewandert. So war die Wanderung zwei Tage länger und die Route etwas abwechslungsreicher.

Tag 1: Tadapani nach Bamboo

Meinen vollständigen Wanderbericht für Poon Hill und den Weg nach Tadapani kannst du in meinem Poon-Hill-Blogpost nachlesen.

Blick hinter Tadapani
Pagode auf Nepal-Wanderung
Pagode: Eindeutig eine Nepal-Wanderung
Wäsche auf dem ABC Trek

Zeit für unsere Nepal-Wanderung! Nach einem halben Arbeitstag und einem goldenen Sonnenaufgang in Tadapani sind wir erholt und frisch weitergewandert. Ich hatte an heute sehr hohe Erwartungen und wurde zum Glück nicht enttäuscht. Der Tag startete in einem verwunschenen Wald, es sind Affen zwischen den Baumkronen hin- und hergesprungen und durch die Blätter konnte man die puderbestäubten Gipfel sehen.

Wenn du diesen Trek auch wandern möchtest, könntest du diesen Plan etwas abändern und nicht immer in den großen und bekannten Camps übernachten. Auf dem Weg sind wir an so schönen Tea Houses vorbeigelaufen und haben uns jedes Mal gedacht, dass es hier sicher ruhig und entspannt wäre. Aber vielleicht beim nächsten Mal.

Es war ein sehr langer Abstieg bis zu einem Fluss und wir kamen auch an ein paar sehr idyllisch gelegenen Pagoden vorbei. Die Stufen nach unten waren recht einfach zu gehen, aber trotzdem habe ich meine Beine schon an der ersten Hängebrücke gespürt. Das konnte ja was werden … Aber ich war fest entschlossen, heute so weit wie möglich zu laufen, um morgen im MBC anzukommen.

Was runter kommt, muss auch wieder hoch, und zwar mit einem extrasteilen Aufstieg. Folglich mussten wir auf dem Weg des öfteren zum Durchatmen anhalten und haben uns ein kleines Wettrennen mit einer asiatischen Wandergruppe geliefert, wenn auch ein sehr langsames. Den nächsten Abschnitt konnte man schon kilometerweit sehen, denn der Weg schmiegte sich an den Hang und führte einfach an ihm entlang vorbei an Teehäusern und Restaurants. Aber die wirkten hier eher wie kleine Dörfer, denn es tobte mit Familien, Babys und Welpen das Leben. Dann ging es runter zur nächsten Hängebrücke, bevor der nächste Aufstieg nach Chomrong vor uns lag. auf dem Weg haben wir noch für einen Tee angehalten und Internet gefunden, um endlich den Jackson-5-Song “ABC” in voller Länger zu hören. Denn den habe ich jedes Mal gesungen, wenn ich ein ABC-Schild gesehen habe. Allerdings nur ein paar Takte vom Refrain.

Irgendwann bogen wir um eine Ecke und das gesamte Bergpanorama lag vor uns. Was für ein Anblick. Ich war besondern beeindruckt von der Wäsche, die hier ganz unscheinbar und doch spektakulär zum Trocknen aufgehängt wurde. In dieser Szenerie würde mir das sogar Spaß machen.

Chomrong fühlte sich an wie eine kleine Stadt, und es gab sage und schreibe zwei deutsche Bäckereien. Die haben wir erstmal übersprungen – nichts ahnend, dass wir auf dem Rückweg dort einkehren würden. Hier kann man auch Wanderstöcke, Spikes, Toilettenpapier, Snickers und vieles mehr kaufen, was man vielleicht vergessen hat. Außerdem ist in Chomrong der Checkpoint, bei dem die Genehmigung überprüft und abgestempelt wird. Wenn man die Annapurna-Region zum ersten mal betritt, behalten sie den unteren Abschnitt und stempeln den oberen, den du behältst.

Ich vermute, dass der Ort selbst schon einen Höhenunterschied von mindestens 200 Metern hat. Das ist vor allem etwas demotivierend, wenn man sieht, wo man hin muss (dieselbe Höhe). Aber trotzdem muss man erst absteigen, über eine Brücke und dann wieder hoch. Außerdem gibt es auf dem Weg viele Ponys/Pferde/Maultiere. In diesem Abschnitt war der Boden komplett mit ihren Hinterlassenschaften bedeckt, wodurch die Luft recht staubig und stinkig wurde. Besonders unangenehm ist das, wenn man tief durchatmen muss. Der Weg wurde hier auch immer enger und ich musste mich in die Büsche verziehen, als ein verrückter Reiter ohne Rücksicht auf Verluste den Weg runtergeprescht kam. Das Problem mit den Ponies ist vor allem, dass man ihnen gut und gerne Platz machen möchte, aber trotzdem nicht weiß, welchen Trampelpfad sie wirklich gehen wollen. Die haben nämlich ihren eigenen Kopf.

Wir wollten heute mindestens bis zum Sinewa Camp laufen. Weil es noch früh war, entschieden wir auch noch bis zum nächsten Camp weiterzugehen, Bamboo. Vorher haben wir eine ältere Frau gefragt, ob sie denkt, dass wir das heute noch schaffen, da es schon nach 15 Uhr war. Daraufhin erwiederte sie, dass sie auch dort hingeht und mit einem “Let’s go” sind wir gemeinsam los. Mittlerweile war ich ziemlich müde. Aber der Weg war wunderschön und wir kamen pünklich in Bamboo an, um noch mit den drei Welpen zu spielen, bevor ich zu großen Hunger bekam. Wir sind im Buddha Guesthouse untergekommen, was im Nachhinein nicht die beste Wahl war. Der Essensbereich war nicht besonders gemütlich, recht dunkel und auch die generelle Atmosphäre hat mich nicht umgehauen. Etwas weiter durch den Ort laufen würde sich also lohnen.

Tag 2: Bamboo nach MBC

Die Kälte im Speisesaal
Verschneite Terrasse
Nepal-Wanderung auf dem ABC Trek

Heute war mein Lieblingstag. Nach einer letzten Streicheleinheit für die Welpen haben wir uns wieder auf den Weg gemacht, immer weiter nach oben, wie immer. Es gab heute so viele Teehäuser, dass man einen guten Plan machen konnte, wo man Rast macht, Wasser auffüllt und wie lange die Abschnitte dauern sollten. Nach der ersten Station, Dovan Camp, folgte eine Pagode mit Sicht auf eine fast gerade abfallende Steilwand mit kleinen Wasserfällen. Das muss nach etwas Regen wirklich beeindruckend aussehen. Hier habe ich mein zweites Frühstück oder besser gesagt die zweite Hälfe meines einzigen Frühstücks gegessen und kurz meine Augen zugemacht, um die Stille zu genießen. Leider wurde ich jäh von einem Gebets-Gong geweckt, aber wir mussten sowieso weiter.

Darauf folgte Himalaya Camp, wo es mir echt gefallen hat. Auf dem “Hauptplatz” tobte das Leben, die Sonne schien und ich wünschte mir wie so oft, dass ich entspannter wäre und meine Pausen mehr genießen könnte. Aber ich habe immer das Gefühl weiterzumüssen, weshalb wir nur schnell unser Wasser aufgefüllt haben. Die Landschaft heute war super schön, weil der Weg einem Fluss durch ein Tal folgte. Wir hatten tollen Blick auf das Bergpanorama mit den beschneiten Gipfeln und ich musste mich konzentrieren, damit ich nicht wie Hans-Guck-in-die-Luft stolpere. Je höher wir kamen, desto mehr Schnee bedeckte die Hänge auf der anderen Seite. Der erste Schnee, auf dem ich wirklich laufen musste, war aber erst zwischen Hinku Cave und Deurali Camp. Zum Glück hatte ich meine Stöcke und der vereiste Weg war voll matschiger Fußstapfen, weshalb ich nicht ausgerutscht bin.

Wir kamen recht früh am Deurali Camp an und hatten eigentlich geplant, bis zum MBC weiterzugehen. Aber dann habe ich angefangen, mir Gedanken über Lawinen zu machen, weil im nächsten Abschnitt scheinbar welche runtergekommen sind, allerdings auf der anderen Flussseite vom Weg. An Lawinen hatte vorher gar keine Gedanken verschwendet, aber natürlich ist es logisch, dass es die hier gibt. Am Ende sind wir aber doch weitergegangen, weil die Träger und geführten Gruppen auch weiter sind, und die es wohl wissen werden.

Nach Deurali gab es auch wirklich ein Schild, dass man jetzt ein Lawinengebiet betritt. Der Weg führte runter durch ein sehr breites Flussbett, durch einen Mix aus Schnee und Erde, bis der Anteil an Erde immer kleiner wurde und wir nur noch auf Schnee liefen. Zeit für meine Spikes, die ich extra gekauft hatte, und meine warme Fleecejacke, denn ich hatte immer noch nur Shorts und T-Shirt an und es wurde immer windiger.

Dies war der einzige Abschnitt, auf dem der Weg nicht immer eindeutig erkennbar war. Wir haben aber Kabel gesehen, die nach oben führten, und sind denen gefolgt. Am Morgen hatten wir eine Gruppe Träger gesehen, die im Gänsemarsch mit riesigen Kabelrollen den Berg hochliefen. Und wenn das Gewicht nicht schon Herausforderung genug wäre, dann die Tatsache, dass die Rollen weiterhin verbunden waren und die Träger nah beisammen bleiben mussten. Und das alles nur, damit wir oben WLAN und Licht haben. Was für eine verrückte Welt.

Je weiter wir auf dem Schnee liefen, desto begeisterter war ich von meinen Spikes. Daher habe ich mich so sicher gefühlt, weil ich nicht Gefahr lief, bei steilerem Bergablaufen wegzurutschen. Der Weg war hier auch etwas enger und es ging steiler nach unten, weshalb ich mich umso mehr über zusätzlichen Halt freute. Die Landschaft in diesem Abschnitt war atemberaubend und ich musste immer wieder anhalten, um mich umzudrehen und zurück ins verschneite Tal zu schauen. Die Berge sahen fast unecht aus. Aber so schön der Abschnitt auch war, ich war dennoch froh, als ich die blauen Dächer vom MBC sehen konnte.

Zu früh gefreut hatte ich mich allerdings, denn ich hatte nicht erwartet, den ganzen Nachmittag frieren zu müssen. Natürlich wusste ich logischerweise, dass die Unterkunft nicht isoliert ist und dass wir uns auf 3600 Metern befinden würden, aber man versteht erst, was das bedeutet, wenn man im Essensraum seinen Atem sieht. Das Camp hatte eine super Aussicht, aber um zu verdeutlichen, wie kalt es war: die Terrasse war aus Schnee gebaut.

Tag 3: MBC–ABC–Himalaya

Heute war der große Tag. In anderen Regionen würde man ihn Gipfeltag nennen, aber nicht im Himalaya. Hier ist es nur Basislager-Tag, aber das reicht mir vollkommen. Die meisten Menschen gehen hier zum Sonnenaufgang hoch, aber wir sind einfach früher als sonst aufgestanden, haben gefrühstückt und sind dann los. Das Wetter war super, die Sonne schien und es war anfangs eisig kalt. Aber nach zwei Minuten – genau, hoch – laufen, ging es dann.

Wenn du diese Wanderung auch planst, ist es echt wichtig, sich bewusst zu machen, dass ein später Start bedeutet, dass man alle Leute auf dem Rückweg nach unten trifft. Ich habe den Eindruck, dass die Wanderer in dieser Region keine wirkliche Etikette haben, also war ich meistens in der Situation, irgendwie Platz machen zu müssen, ohne dabei auszurutschen oder in eines der Schneelöcher zu treten. Ansonsten war ich größtenteils damit beschäftigt, zu atmen und die Aussicht zu genießen. Wir brauchten knapp zwei Stunden bis zum Basecamp auf 4130 Metern. Zwar gab es ein Stück weiter hoch noch einen Aussichtspunkt. Aber da langsam die Wolken reinzogen, haben wir uns das gespart und uns lieber die Zeit genommen, unsere extra aufgesparten sauren Haribos gebührend zu genießen.

Auf dem Weg nach unten war der Schnee nicht mehr knusprig angefroren, sondern durch die Sonne sehr matschig geworden, weshalb die ganze Aktion viel rutschiger war. Manche Leute sind auf Plastiktüten oder ihrem Hintern gerutscht, aber ich habe mir das Leben lieber schwer gemacht und mich mit meinen Stöcken durchgekämpft und viele, viele Schimpfwörter benutzt.

Vier Stunden nach Aufbruch waren wir wieder im MBC und haben uns nach einem zweiten Kaffee auf den Rückweg nach Deurali gemacht. Mein Freund hat seine Spikes an eine bedürftige Person verschenkt und wir kamen pünktlich zu Regen und Hagel in Deurali an. Wir haben warmen Tee getrunken, ich habe mir ein Snickers gegönnt und eine Stunde später war der Regen weitergezogen und wir taten das auch. Perfektes Timing.

Ich fand es erstaunlich zu sehen, wie anders der Weg auf dem Rückweg wirkte, vor allem, weil auch das Wetter anders war. Ich wollte eigentlich keine Wanderung mit demselben Hin- und Rückweg machen, aber im Endeffekt hat es mir echt gefallen. Wir haben die Nacht im Himalaya Camp verbracht. Ich war zu müde, um mir ein schönes Teehaus auszusuchen, also haben wir uns einfach für das erstbeste am Weg entschieden.

Tag 4: Himalaya nach Jhinu Danda/Pokhara

Heute war unser letzter Wandertag und es sollte noch mal ein sehr langer werden. Ich habe ein letztes Mal fritiertes tibetisches Brot mit Marmelade gegessen und mein gekochtes Ei als Proviant mitgenommen.

Der Abstieg war sehr angenehm und ich habe mich beim Laufen echt wohlgefühlt. Ich musste nicht über jeden Schritt nachdenken und bin deshalb relativ schnell vorangekommen. Wir haben eine kurze Pause gemacht, um unsere letzten Snacks zu essen, damit wir sie nicht umsonst getragen haben. Aber nach den ganzen Hängebrücken und den dadurch verursachten Auf- und Abstiegen hatte ich einen Riesenhunger auf Kuchen in der deutschen Bäckerei in Chomrong. Ich bin ein ganz schöner Kuchen-Snob (oder eher eine Kennerin) und war wirklich beeindruckt und begeistert. Wir hatten Brownie und Apfelkuchen und ich konnte endlich meine dreckigen Hände mit Seife waschen, was könnte man sich sonst noch wünschen?

Von Chomrong brauchten wir nur noch eine gute Stunde nach unten bis Jhinu Danda und ich muss sagen, dass ich echt froh war, dass ich nicht hochlaufen musste. Die Stufen waren erbarmungslos und hörten einfach nicht auf. Die Leute, die uns entgegen kamen, hatten zwar frische Sachen an, weil es ihr erster Tag war. Aber ganz frisch sahen sie selbst nicht mehr aus. Träger haben alles mögliche hier hochgetragen, sogar Tische, Matratzen und Rohre. Hier scheint jemand ein neues Gästehaus zu bauen.

Kurz nach Jhinu Danda überquert man eine sehr lange Hängebrücke, die das offizielle Ende bzw. eher der Anfang vom ABC Trek ist. Wir hatten es geschafft! Es standen sehr viele Jeeps bereit. Einer hat uns auf einer sehr ruckeligen Straße zu einer knapp 15 Minuten entfernten Kreuzung gefahren. Zur Zeit gab es dort Bauarbeiten, weshalb wir noch mal 20 Minuten laufen mussten, um in den nächsten Jeep umzusteigen.

Wir haben eine Gruppe anderer Wanderer gefunden und konnten uns für 1000 Rupien pro Person einen Jeep bis nach Lakeside teilen. Von dort aus sind wir ohne Umwege zu Fire Pizza gelaufen und haben mit Pizza und Mint-Limonade angestoßen.

April 24, 2025

Wandern in Nepal: Annapurna Permit, Packliste und Tipps

tea house trek in Nepal
tea house trek in Nepal

Nepal ist eine der berühmtesten Wanderregionen der Welt. Und die Annapurna-Region ist im Land am einfachsten von Kathmandu aus erreichbar. Wenn du eine kurze Wanderung in Nepal suchst oder mehr über eine Wanderung in Nepals Annapurna-Region wissen möchtest, habe ich was für dich. In diesem Blogartikel teile ich alle meine Erfahrungen beim Wandern in Nepal mit dir, die ich auf verschiedenen der besten Treks für Anfänger gesammelt habe.

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Nepal Teahouse Trekking: Das erwartet dich

Es gibt unzählige Teehaus-Wanderungen in Nepal, denn dafür ist das Land bekannt. Im März 2025 bin ich Poon Hill, den ABC Trek und Mardi Himal gewandert und hatte eine tolle Zeit. Auf all diesen Wanderungen in der Annapurna-Region schläft man ausnahmslos in Teehäusern. Die sind sehr einfach und werden immer rustikaler, je höher man aufsteigt. Aber sie haben alles, was ich mir als hungrige und müde Wanderin gewünscht habe. Es gibt private Zimmer und Schlafsäle und wir brauchten keine Schlafsäcke, da es Bettdecken gab. Manchmal haben wir drei Stück benutzt, um nicht zu frieren.

In den meisten Teehäusern gab es kostenlose Solarduschen und/oder kostenpflichtige Gasduschen und sogar WLAN und Strom. Es gibt Snacks und süße Getränke und unterwegs könnt ihr in einem der Teehäuser Mittagessen. Je höher das Teahouse gelegen ist, desto weniger fließend Wasser gibt es allerdings, weil es über Nacht einfrieren würde. Jede Dusche könne also die letzte sein, bevor du wieder Richtung Tal absteigst 🙂

Wandern in der Annapurna-Region in Nepal: So bereitest du dich vor

Du wirst vor deiner Wanderung in Nepal vermutlich mindestens einen Tag in Pokhara verbringen, um deinen Jetlag auszukurieren oder dich von der langen Busfahrt aus Kathmandu zu erholen. Pokhara ist Nepals Tourismus-Hotspot und sogar die flächenmäßig größte Stadt des Landes, auch wenn Kathmandu mehr Einwohner hat. Die Gegend Lakeside ist bei Reisenden besonders beliebt und du findest dort alles, was du für eine Wanderung in Nepal brauchst, und noch viel mehr.

Auf der Hauptstraße findest du dutzende Outdoor-Geschäfte, die jegliche Ausrüstung verkaufen. Natürlich kann man nicht davon ausgehen, dass die Produkte echt sind, aber das brauchen sie auch gar nicht sein. Ich habe Wanderstöcke und Spikes gekauft, deren Qualität mich echt überrascht hat. Man kann definitiv ohne Wandersachen in Pokhara ankommen und am nächsten Tag loswandern. Wenn du nicht gerade vorhast, den Mount Everest zu besteigen und auf ein perfektes Setup Wert legst, bietet Pokhara alles, was du für einen Trek in Nepal brauchst.

Wandern in Annapurna: So bekommst du deine Permit

Eine Permit für eine Wanderung in Nepal zu bekommen mag auf den ersten Blick kompliziert klingen, ist aber ganz einfach. Du brauchst für die Genehmigung nur:

  • Pass
  • Zwei Passfotos
  • 3000 Rupien

Wenn du keine Fotos hast, kannst du direkt vor Ort in einem der kleinen Shops deine Fotos machen lassen. Ich habe gehört, dass sie sich echt Mühe geben und die Fotos sogar bearbeiten. Das wäre vielleicht auch eine Idee für die nächste Passverlängerung?

Fürs Wandern in der Annapurna-Region brauchst du eine ACAP-Permit. Das Büro für die ACAP-Permit ist nur einen mittellangen Fußweg von Lakeside entfernt und ich fand es spannend, mal einen nicht so touristischen Teil der Stadt zu sehen. Dieses Büro ist sehr klein und muss in der Hauptsaison aus allen Nähten platzen. Die Mitarbeiterinnen dort haben aber alles unter Kontrolle.

Zuerst musst du ein Formular ausfüllen und die Wanderungen ankreuzen, die du machen möchtest. Es gibt auch einen Abschnitt für die Infos zum Guide, aber das haben wir einfach leergelassen und niemand hat etwas gesagt. Dann gibst du deinen Pass und das Formular an die Damen und als dritten Schritt bezahlst du und wartest auf die fertige Genehmigung.

Kurz hinter Nayapul bzw. in Chomrong gab es einen Checkpoint, bevor man das Annapurna-Gebiet betritt, also denke ich, dass es schwierig wäre, es ohne Permit zu versuchen.

Eine TIMS-Card braucht man für Wanderungen in der Annapurna-Region nicht. Möchtest du eine Wanderung in einem besonders geschützten Gebiet machen, wie den Manaslu Trek oder Mustang Valley, gelten andere Regeln.

Darf man ohne Guide in Nepal wandern?

Das war die Frage, die mir am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat. Denn 2023 hat die nepalesische Regierung eine neue Regel eingeführt, die Wandern nur noch mit einem Guide erlaubt. Natürlich kann ich nicht 100% sicher sein und behaupten, dass Nepals Regel, für (fast) jede Wanderung einen Guide zu brauchen, nicht angewendet wird. Aber nach meiner Erfahrung ist es vollkommen normal, in der Annapurna-Region ohne Guide zu wandern. Man kann damit zwar für Guides und Träger Arbeitsplätze schaffen, aber mir persönlich gefällt die Freiheit, mich treiben zu lassen und nach Lust und Laune lange Tage, kurze Tage, Pausen und Fotostopps zu machen oder ein Teahouse auszusuchen, das mir gefällt.

Wenn du Sicherheitsbedenken hast, kann ich dich beruhigen. Nach meinem Eindruck fühlte sich Nepal sehr sicher an, auch wenn ich mal als Frau alleine in Nepal unterwegs war. Besonders auf den einfacheren Wanderungen ist es super sicher ohne Guide und wir waren auch selten wirklich alleine. Irgendwann kommt immer jemand vorbei und gut erkennbar war der Weg auch – Verlaufen (so gut wie) ausgeschlossen.

Wir waren auf jeden Fall nicht die einzigen ohne Guide und wurden auch nicht schief angeguckt.

Annapurna Trek Packliste

Du brauchst für deine Wanderung nach Ghorepani/Poon Hill keine besondere Ausrüstung. Wenn du höher steigen möchtest, wie zum Annapurna Base Camp Trek oder Mardi Himal, brauchst du wärmere Kleidung und zusätzliche Ausrüstung, um dir das Leben einfacher zu machen. Auf dieser kurzen Packliste findest du alles, was du brauchen wirst:

  • Wander-Outfit (Shorts, T-Shirt, Trailrunning-Schuhe für guten Grip, gute Wandersocken)
  • Teahouse-Outfit (lange Hose, Fleece und/oder Daunenjacke, Mütze und Handschuhe, damit du nicht frierst)
  • Wanderstöcke; deine Knie werden es dir danken
  • Spikes (ja, es liegt Schnee)
  • Sonnenbrille, Sonnencreme, Kopfbedeckung
  • Wasserfilter, Snacks
  • Kulturtasche, Medikamente
  • Regenschutz für den Rucksack (ich benutze einen großen Müllsack)
  • Stirnlampe für die Sonnenaufgangswanderungen
  • Powerbank

Wenn du beim Schlafen frierst, könntest du auch eine Wärmflasche mitbringen oder eine Trinkflasche, in die man heißes Wasser füllen kann, zum Beispiel von Nalgene.

April 16, 2025

Poon-Hill-Wanderung in Nepal: Trekking für Einsteiger

Blick von Poon Hill
Blick von Poon Hill

Die Ghorepani/Poon-Hill-Wanderung in Nepal startet in Pokhara und ist ein perfekter Trek für Anfänger. Ich würde nicht sagen, dass die Wanderung einfach ist, denn ich bin ganz schön ins Schnaufen gekommen. Du brauchst aber keine Wandererfahrung oder besondere Kenntnisse, um auf dem Poon-Hill-Trek etwas Himalaya-Luft zu schnuppern. Und deshalb sind wir schließlich hier, oder? Der Poon-Hill-Trek liegt in der Region Annapurna und bietet ein tolles Bergpanorama, wenn du keine Zeit für eine längere Tour hast oder deine Fitness erstmal testen möchtest, bevor du dich an größere Treks wie Annapurna Base Camp oder Mardi Himal wagst. Oder du kombinierst alle Wanderungen zu einer längeren, wie ich es gemacht habe. Alle Infos zum Wandern in Nepal findest du in diesem Poon Hill Blog-Beitrag.

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Poon-Hill-Wanderung: Route und Länge

Wir haben drei Tage gebraucht, um von Nayapul nach Ghandruk zu wandern. Das war unsere Poon-Hill-Planung:

  • Tag 1: Nayapul–Ulleri über Hile: 11,8 km; Aufstieg 1300m; Abstieg 340 m
  • Tag 2: Ulleri–Ghorepani: 8 km; Aufstieg 810 m; Abstieg 90 m
  • Tag 3: Ghorepani–Tadapani (Ghandruk): 9,3 km (+8 km); Aufstieg 530 m; Abstieg 820 m (+800 m)

Wir haben Poon Hill mit dem ABC-Trek verbunden, deshalb sind wir den Abschnitt zwischen Tadapani und Ghandruk nicht selbst gelaufen. Ich gehe aber davon aus, dass das Terrain ähnlich ist (Stufen :)) und denke deshalb, dass die Strecke auf jeden Fall an einem Tag möglich ist, um mit dem Jeep abends wieder in Pokhara anzukommen.

Poon-Hill-Wanderung: Vorbereitung

Bevor du mit dem Wandern zum Poon-Hill-Trek loslegen kannst, musst du noch ein paar kleine Sachen vorbereiten. Du brauchst deine ACAP-Permit, musst ein paar unentbehrliche Dinge packen und entscheiden, ob du mit oder ohne Guide und Träger wandern möchtest. In meinem Blogpost zum Wandern in Annapurna findest du die Antworten auf all diese Fragen.

Kurz nach Nayapul gab es einen Checkpoint, bevor du das Annapurna-Schutzgebiet betrittst. Ich denke, es würde schwierig werden, sich ohne Genehmigung durchzumogeln.

Wie lange dauert der Poon-Hill-Trek?

In Pokhara gibt es super viele Büros, in denen man Poon Hill als geführte Wanderung buchen kann. Die knapp 40 Kilometer schafft man normalerweise in drei bis vier Tagen. Wenn du relativ fit bist und nicht schon mittags im nächsten Teahouse ankommen möchtest, kannst du diese Wanderung von Nayapul nach Ghandruk in drei Tagen schaffen.

Wie schwer ist der Poon-Hill-Trek?

Diese Frage ist natürlich schwer zu beantworten, weil alle Wanderer unterschiedlich sind. Ich habe viel Wandererfahrung, aber Treppen sind für mich trotzdem schweißtreibend. Und Treppen gibt es auf der Poon-Hill-Wanderung zu genüge. Die Stufen sind super in Schuss und nicht gefährlich oder schwierig, aber den Puls treiben sie dennoch in die Höhe. Wir haben aber viele Wanderer aller Altersgruppen auf dem Trek gesehen und sogar Familien mit Kindern.

Wie teuer ist die Poon-Hill-Wanderung?

Genau wie Schwierigkeit sind auch die Kosten individuell. Wir haben zu zweit zwischen 4000 und 5000 Rupien pro Tag in den Teehäusern ausgegeben. Dieser Preis beinhaltet das Zimmer, Abendessen, Frühstück, eine heiße Dusche und WLAN/Strom. Dazu kamen für uns knapp 500 Rupien für Kaffee und Tee unterwegs. Außerdem kommen natürlich die Transportkosten dazu, was noch mal 1000 bis 1500 Rupien pro Person pro Strecke für den Jeep oder einen Bruchteil davon für den öffentlichen Bus ausmacht.
Die Unterkünfte legen ihre eigenen Preise für das Zimmer, die heiße Dusche und WLAN fest. Die Speisekarte selbst und die Preise für das Essen sind aber in der gesamten Annapurna-Region festgelegt, damit sie sich nicht gegenseitig unterbieten und die Preise zu niedrig werden. Das bedeutet aber auch, dass das Essen überall das gleiche ist, was ich irgendwie schön fand, denn ich konnte mich den ganzen Tag auf ein bestimmtes Essen freuen.

Wie kommt man von Pokhara zum Poon-Hill-Trek?

Am einfachsten und günstigsten kommst du mit Bus oder Jeep von Pokhara zum Poon-Hill-Trek. Öffentliche Busse fahren ab 6 Uhr morgens immer zur vollen Stunde an der Busstation Baglung ab und ein Ticket kostet 300 Rupien pro Person. Die Fahrt nach Nayapul dauert knapp zwei Stunden und der Bus macht einen kurzen Stopp für Frühstück und Toilette. Ein Taxi von Lakeside bis zur Busstation Baglung kostet 500 bis 600 Rupien. Bereite dich schon mal darauf vor, die gesamte Fahrt über mit dem Taxifahrer auszudiskutieren, dass du bitte nicht mit ihm nach Nayapul fahren möchtest, sondern einen öffentlichen Bus nehmen möchtest.

Die andere Option ist ein Jeep nach Poon Hill. Hier zahlt man aber für den ganzen Jeep und nicht pro Person, weshalb man möglicherweise auf andere Wanderer warten muss, um die Kosten zu teilen. Ein solcher Jeep nach Nayapul kostet zwischen 6000 und 8000 Rupien und er bietet Platz für fünf bis acht Personen.

Man kann sogar einen Jeep bis nach Hile nehmen (der Ort vor dem einstündigen Aufstieg nach Ulleri) oder sogar bis nach Ulleri. Dann überspringst du aber fast den gesamten ersten Wandertag, was ja nicht Sinn der Sache ist, oder?

Tag 1: Nayapul nach Ulleri

Erste Schritte in der Annapurna Conservation Area
Erste Schritte in der Annapurna Conservation Area
Die Brücke vor dem Touristen-Checkpoint
Die Brücke vor dem Touristen-Checkpoint

Nach einer sehr ruckeligen Anreise lies uns der Bus am Straßenrand raus und wir sind in Fahrtrichtung weiter durch den Ort gelaufen. Der Tag war wunderschön, die Sonne schien und der Himmel war so blau, wie ich ihn wegen des Smogs in Pokhara schon lange nicht mehr gesehen hatte. Als ersten besonderen Punkt sind wir an einem Schild vorbeigelaufen, das den Anfang der Annapurna Conservation Area zeigte, obwohl der offizielle Checkpoint für Touristen in Birethanti erst nach einer großen Metallbrücke kommt. Hier muss man seine Permit zeigen; den unteren Teil behalten sie und den oberen Stempeln sie für dich. Hier kannst du auch noch ein paar letzte Snacks oder kalte Getränke kaufen, bevor es endlich auf Wanderschaft geht.

Von Birethanti aus folgt man der Hauptstraße etwas weiter, bis man irgendwann links auf eine Schotter- oder eher Sandstraße abbiegt. Das ist eine besondere Freude, wenn Busse und Jeeps vorbeirasen und nur staubige Luft zurücklassen. Unterwegs gibt es viel Wasser, also würden wir zumindest nicht verdursten. Die Straße ist ziemlich steil, aber nichts im Vergleich mit dem, was uns im Laufe des Tages noch erwarten würde. Die Straße wird irgendwann schmaler und führt durch kleine Ansammlungen von Häusern, wo man für ein Getränk mit Aussicht oder ein Mittagessen einkehren kann. Es gab auch einige Büffel (oder Kühe?) und generell war die Landschaft super angenehm und grün. Bei den vielen Schildern mit Pfeilen oder Ortsnamen war auch Verlaufen keine wirkliche Gefahr.

Alle Dörfer wirkten total gemütlich, die meisten Häuser waren weiß und blau wie in Griechenland und überall standen Blumen. Wenn da nicht die Stufen wären, die uns ganz schön ins Schwitzen gebracht haben. Wir haben uns nach einer Hängebrücke einen Weg bis runter zum Fluss gebahnt und dort unsere Sandwiches gegessen. Kurz darauf wurde mir etwas oll im Magen, was schlechtes Timing war, denn ab hier ging es nur noch bergauf.

Ich wiederhole mich eigentlich nur, wenn ich sage, dass es echt anstrengend war, aber auch wunderschön. Es gab einige “Gipfel”, die am Ende keine waren und es ging immer nur noch weiter und weiter und höher und höher nach oben, und das Tal wurde immer kleiner. Es waren laut einer Kritzelei 3500 Stufen und meine Beine und Lungen haben gebrannt. Normalerweise reichen mir kurze flache Abschnitte bei einem Aufstieg zum Durchatmen, wenn es auf normalem Untergrund nach oben geht. Aber auf diesen Stufen ging es ohne Gnade immer nur nach oben, bis man endlich da war. Halleluja, wir hatten es geschafft.

Hängebrücke bei Hile
Hängebrücke bei Hile
Blick ins Tal von Hile
Blick ins Tal von Hile

Sobald wir in Ulleri ankamen, kamen auch die Teahouse-Besitzer und wollten, dass wir ihre Gäste werden. Es hieß also, freundlich aber bestimmt und ohne zögern zu laufen, um nicht in ein Gespräch verwickelt zu werden. Wir haben uns für ein pink (juhuu) Teahouse am Ende des Ortes (bzw. oben) entschieden und hatten echt einen schönen Nachmittag. Noch besser wäre es gewesen, wenn es mir besser gegangen wäre. Immerhin hatte ich Hunger, aber der währte nicht lange, obwohl mein Dhal Bat wirklich lecker war. Was wünscht man sich mehr nach einem langen Wandertag als einen riesigen Teller Reis, Curry, Linsensuppe, Cracker, eingelegtes Gemüse plus Nachschlag, wenn es noch reinpasst. Bereits hier habe ich entschieden, dass Masala-Tee mein liebstes Wandergetränk werden wird und ich habe mich schon aufs Frühstück und das andere Essen des Tages gefreut. Spoiler: Ich konnte leider nur eine Banane essen.

Tag 2: Ulleri nach Ghorepani

Obwohl das Zimmer dunkel und die Nacht ruhig war, habe ich trotzdem nicht sonderlich gut geschlafen. Das ist in der ersten Wandernacht für mich aber nichts Ungewöhnliches. Ich habe tibetisches Brot und Honig gefrühstückt – warm, frittierter Teig und wunderbar süß! Ich hatte gehofft, mein Kaffee würde mir etwas Energie geben, er hat aber leider nicht geholfen. Irgendwie fühlte ich mich komisch, aber trotzdem sind wir recht früh los, denn so ein Weg läuft sich nicht von alleine. Besser ging es mir leider nicht, sondern eher das Gegenteil.

Ankunft in Ghorepani kurz vor dem Kollaps

Die Stufen haben mich heute echt geschafft und meine Beine waren bis zur Unkenntlichkeit durch Insektenstiche angeschwollen (die Fotos erspare ich euch). Heute hätte mir unter anderen Umständen echt Spaß gemacht, weil der Weg durch einen wunderschönen Wald führte und es auch eine bessere Balance zwischen Stufen, anderem Terrain, flachem Untergrund und Blick auf den Fluss gab. Doch leider musste ich mich total oft ausruhen, habe ein paar Medikamente genommen und versucht, genug Wasser zu trinken. Trotzdem musste ich irgendwann mein Frühstück im Wald lassen und habe den restlichen Wandertag über nur eine Banane gegessen.

Doch jetzt ist es genug mit meinen Krankheiten und wir konzentrieren uns wieder auf den Weg und das Wandern, aber davon weiß ich an diesem Tag nicht mehr so viel. Wir haben Rast am Fluss gemacht und sind an vielen kleinen Restaurants vorbeigelaufen, wo es leckeren und helfenden Ingwertee für mich gab. Es war Mitte März, weshalb die Rhododendrons geblüht haben und mit ihrer roten Pracht dem Wald ein paar Farbtupfer verliehen. Viele der geführten Wandergruppen haben hier unterwegs Mittag gegessen, aber wir hatten keinen Hunger.

Das Highlight dieses Tages auf der Poon-Hill-Wanderung in Nepal war für mich die Ankunft in Poon Hill – leider. Kurz vor dem gelben Tor gab es wieder einen Checkpoint, den man nicht verpassen kann. Sogar im Ort selbst musste ich noch mehrmals Rast machen, weil ich es sonst nicht nach oben geschafft hätte. Und wir wollten schließlich ganz nach oben, wenn man dann schon mal im Himalaya ist. Wir haben das beste Zimmer im Super View Hotel bekommen und dieser Ausblick war es allemal wert. Ich konnte mich mit Bergblick im Bett von den Strapazen erholen und mich aufwärmen, nachdem ich von der kalten Dusche auch noch blaue Lippen bekommen hatte. Heute war wirklich nicht mein Tag, aber immerhin habe ich mein Abendessen aufgegessen.

Tag 3: Ghorepani nach Tadapani (oder Ghandruk)

Heute war endlich mein Tag und ich fühlte mich voller Energie. Ich bin mit Bergblick aufgewacht und wollte direkt losstiefeln. Heute habe ich sogar ein paar Ponys überholt, die auf dem Weg nach oben von Gras am Wegesrand abgelenkt wurden. Oben am Deurali-Pass hatten wir einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Berge und natürlich hingen dort wie überall ein paar Gebetsflaggen. Netterweise war ein Träger so lieb und hat uns unten im Tal Yaks gezeigt. Die hätten wir ohne seine Hilfe wohl nicht erspäht.

Wie der Name schon sagt, ging es nach dem Pass bergab. Was für eine Erleichterung! Erst ging es durch einen recht offenen Abschnitt und danach auf angenehmen Wegen durch den ruhigen Wald nach unten. Zwischendurch konnte ich immer mal wieder die Berge durch den Bambus erspähen. Ich war einfach nur glücklich. Normalerweise stelle ich mich beim Bergablaufen echt ungeschickt an und würde immer sofort lieber hoch als runter laufen. Auf dem Poon-Hill-Trek muss ich aber zugeben, dass der Abstieg echt angenehm war. Außerdem war es schön, mal etwas anderes als meine schwere Atmung zu hören. Der Weg folgte fast bis nach Tadapani einem Fluss, aber vor den Teahouses müsst ihr euch mental noch auf einen letzten Anstieg vorbereiten.

Natürlich haben wir uns wieder für ein Teahouse mit spektakulärem Ausblick entschieden. Dieses hieß Superview, ohne Leerzeichen im Namen. Das lag auf knapp über 2,600 m und es wurde abends recht schnell recht fröstelig. Glücklicherweise hatte der Gemeinschaftsraum/Restaurant/Wäschetrockner einen Ofen, wodurch es muckelig warm war. Wenn ihr eine Wanderung in Nepal plant, auf der es höher hinaus geht, wäre es sicher sinnvoll, wenn ihr euch eine Unterkunft mit Ofen aussucht.

Heute fühlte es sich echt voll an. Vor allem wegen ein paar Trailrunnern, die leider Teil einer langsameren Wandergruppe waren. Die haben uns ständig überholt, nur um hinter der nächsten Kurve wieder auf ihre Gruppe zu warten.

Die Poon Hill Wanderung
Aussicht vom Deurali-Pass

Wenn ihr die Wanderung in Ghandruk beendet, müsst ihr von Tadapani noch 8 Kilometer absteigen. Dort fahren die Jeeps nach Pokhara ab.

Wir haben stattdessen in Tadapani übernachtet und kamen dort schon mittags an, weil wir noch arbeiten mussten. Am nächsten Tag sind wir statt nach Ghandruk weiter zum ABC-Trek gelaufen, der Wanderung zum Annapurna Base Camp.

Die wichtigsten Tools für digitale Nomaden (und andere Reisende)

Wenn du über einen dieser Links buchst, erhalte ich möglicherweise eine kleine Provision, ohne zusätzliche Kosten für dich.

Flüge

Normalerweise buche ich meine Flüge über Skyscanner oder Kiwi. Diese Flugsuchmaschinen zeigen die besten Verbindungen an. Das funktioniert sogar mit Billigfluggesellschaften, wenn du noch mehr Geld sparen möchtest.

Hotels

Normalerweise nutze ich eine gute Mischung aus booking.com und Agoda, um die besten Angebote zu finden. Ich mag Booking wegen seiner benutzerfreundlichen Oberfläche. Für Asien hat Agoda aber eine größere Auswahl an Hotels.

Mit begrenztem Budget ist Hostelworld die beste Wahl, du dir ein Zimmer mit wildfremden Menschen teilen musst 🙂

Touren

GetYourGuide ist perfekt für lokal geführte Touren oder wenn Tickets offiziell bereits gebucht sind. Ich habe in Mailand das berühmte Gemälde „Das Abendmahl“ von Leonardo Da Vinci gesehen und würde es jederzeit wieder machen.

Klook ist super, um Busfahrkarten in Südkorea zu buchen. Das ist nicht so einfach, besonders wenn man vor der Ankunft im Land buchen möcht. Mit Klook kann man online eine Busfahrkarte buchen, die man am Bahnhof abholen kann. Man kann dort sogar SIM-Karten-Pakete reservieren und einen Abholservice vom Flughafen organisieren.

eSIM

Damit du unterwegs immer den Weg findest und mit den Menschen zu Hause in Kontakt bleiben kannst, ist eine eSIM die beste Weg. So bist du direkt mit der Welt verbunden, ohne erst eine SIM-Karte kaufen zu müssen.

April 4, 2025

Verbotene Stadt Tickets ausverkauft? So bekommst du trotzdem Tickets

visiting the forbidden city
visiting the forbidden city

Du hast kein Ticket für die Verbotene Stadt bekommen? Du bist nicht die einzige, denn es ist nicht einfach, ein Ticket für die Verbotene Stadt zu ergattern. Auch wenn du im Voraus daran denkst. Immerhin ist sie eine von Pekings beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Wenn du Tickets für die Verbotene Stadt kaufen möchtest, aber sie online ausverkauft sind, gibt es noch einen kleinen magischen Trick, für den du nur deinen Pass brauchst. Ausländer können einfach mit ihrem Pass zum Ticketschalter am Donghuamen Gate gehen und dort mit ihrem Pass eins kaufen, auch wenn in Peking die Verbotene-Stadt-Tickets ausverkauft sind.

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So kannst du Tickets für die Verbotene Stadt kaufen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Tickets für die Verbotene Stadt zu kaufen. Jede Methode hat ihre Tücken, aber es wird sich für dich lohnen.

Tickets von der offiziellen Webseite

Am besten planst du natürlich im Voraus und kaufst die Tickets für die Verbotene Stadt vor deinem Besuch in Peking. Dies kannst du über die offizielle Webseite für die Verbotene Stadt machen. Wenn die Onlinezahlung nicht funktioniert, geht das auch über einen externen Anbieter, wie GetYourGuide oder Klook. Übrigens heißt die Verbotene Stadt offiziell Palace Museum, das macht die Buchung einfacher.

Mach eine Reservierung für Tiananmen Square

Du hast richtig gelesen. Bei einem Besuch von Tiananmen Square ist die Verbotene Stadt quasi inklusive. Allerdings brauchst du auch für Tiananmen Square eine Reservierung. Das ist einen Tag im Voraus kostenlos über die offizielle Website für Tiananmen Platz möglich. Die Webseite ist zwar auf Chinesisch, aber das ist doch nichts, was eine Übersetzungs-App nicht lösen könnte. Bist du erstmal auf dem Tiananmen Platz, kommst du direkt zum Ticketschalter – ohne Umweg über Donghuamen Gate.

Geh direkt zum Donghuamen Tor

Wenn keine andere Methode dich in die Verbotene Stadt bringen konnte, hast du noch ein weiteres Ass im Ärmel, um die ausgebuchte Verbotene Stadt zu sehen: deinen ausländischen Pass. Als Nicht-Chinese kannst du einfach durch das Donghuamen Gate laufen und ein Ticket am Ticketschalter kaufen. Diesen Bereich erkennst du ganz einfach an der Menschenmasse 🙂 Dafür musst du einen Zettel ausfüllen und eine kleine Gebühr zahlen.

Genau hier, um zum Donghuamen Tor zu kommen, musst du eventuell deine Ellenbogen einsetzen und gegen die Masse laufen. Aber das geht schon, wenn man dafür in die Verbotene Stadt kommt, oder? Die nächste U-Bahn-Station ist Tiananmen East.

Tipps für deinen Besuch in der Verbotenen Stadt

  • Reisepass nicht vergessen!
  • Die Verbotene Stadt ist montags geschlossen. Extra-Tipp: Vermeide auch das Wochenende oder Feiertage, denn dann ist es besonders voll.
  • Du musst am Ticketschalter einen Zettel ausfüllen. Hier auf KEINEN Fall ankreuzen, dass du mit einer Tour da bist, denn dann bekommst du kein Ticket.
  • Kaufe deine chinesische eSIM, um dich in Peking nicht zu verlaufen.

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I'm Marita, digital nomad and freelancer traveling the world with my laptop. When I'm not mulling over assignments, I'm on a hunt for the best pastries, finding hidden gems and people watch in chaotic squares. I've lived in five countries, explored over 70, and hiked more than 5,000 kilometers since I quit my full-time job in 2021. Read More…

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